"Aladin und die Wunderlampe" im Theater Heilbronn

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel herum gibt es im Theater Heilbronn im Großen Haus ein Stück (fast) nur für die Kleinen. Das Weihnachtstheaterstück ist immer etwas ganz Besonderes. Die meisten Vorstellungen sind für Schulklassen und fast alle Klassen der Grundschulen, die ich kenne, besuchen eine Aufführung. Ein paar Aufführungen sind aber auch sog. Familienvorstellungen und für uns hat es schon ein wenig Tradition, eine davon mit den Kindern zu besuchen – auch wenn das für mindestens eines der Kinder dann ein doppelter Besuch ist.

Gesehen hab ich schon einige Weihnachtstheaterstücke. Mein erstes war „Die Schneekönigin“ in der Spielzeit 2008/2009. Danach kamen „Der Räuber Hotzenplotz“, „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ und „Der gestiefelte Kater„.
Dieses Jahr läuft als Weihnachtstheaterstück „Aladin und die Wunderlampe„. Ich hatte die Chance, es zwei Mal zu sehen, da ich freundlicherweise Karten für die Lehrersichtveranstaltung bekommen habe

Der Inhalt
Die Geschichte ist bekannt: Aladin wird von einem bösen Zauberer zu einer Höhle voller Schätze geführt, in der Aladin eine schmutzige alte Lampe findet. Diese will der Zauberer haben, Aladin gibt sie ihm allerdings nicht und findet beim Putzen der Lampe heraus, dass ein Geist in ihr wohnt, der ihm fortan alle Wünsche erfüllt. Das findet der böse Zauberer natürlich heraus und entführt Aladins Frau und die Lampe samt Geist. Aber Aladin findet natürlich einen Weg, beide zurückzuholen. ;)

Das Bühnenbild
Langsam denke ich, ich hätte was Gescheites lernen sollen und dann Bühnenbilder entwerfen. Ich bin einfach jedes Mal begeistert davon, wie die verschiedenen Orte, an denen ein Stück spielt, auf der Bühne umgesetzt werden. Diesmal mittels einer drehbaren Bühne und zwei am Rand aufgestellten sog. Periakten – drehbaren, dreieckigen Bühnenerweiterungen sozusagen, deren drei Seiten unterschiedlich bemalt sind und sich so dem drehbaren Bühnebild anpasste und es erweiterte. Genial! Dann noch das Spiel mit der Beleuchtung – und wieder einmal ist eine perfekte Bühne entstanden! Klasse!

Das Stück selbst
Weihnachtstheater ist ja immer ein bekanntes Märchen oder eine bekannte Geschichte. Sachen, die man schon gelesen oder gesehen hat. Die Bühnenfassung von „Aladin“ fand ich gut, sinnvoll gekürzt, gut umgesetzt. Alles Wichtige drin.
Das Stück ist empfohlen für Kinder ab 5 Jahren, in der Lehrersichtveranstaltung waren ein paar Kinder dieses Alters dabei, die bei einigen Szenen vor Angst weinen mussten. Ich persönlich habe einer Freundin mit sehr ängstlicher achtjähriger Tochter empfohlen, entweder als Begleitperson mit der Schulklasse mitzugehen oder das Kind lieber zu Hause zu lassen. Es war nichts Dramatisches am stück, aber Kinder, die zu Angst neigen, können schon in mancher Szene einigermassen erschrecken. (Und damit meine ich nicht den lauten Knall des Zauberstabs!)
Wie in jedem Weihnachtstheaterstück ist das Publikum aufgefordert mitzumachen. Bei den Lehrern klappte das nicht so gut, mit mehr Kindern als Erwachsenen im Publikum funktionierte es mehr als prima! Da habe ich mal wieder gemerkt, wie sehr so ein Stück und wie man es als Zuschauer erlebt vom Publikum abhängt. (Hatten wir auch seinerzeit bei „Männer gesucht„, das ich vier Mal mit sehr unterschiedlichem Publikum gesehen habe.)

Die Schauspieler
Den Aladin spielt Guido Schikore. Seine Mutter Damla spielt Sabine Unger. Beide sehr überzeugend und fein anzuschauen. Zauberer und Sultan spielt Frank Lienert-Mondanelli, die zweite Doppelbesetzung mit Prinzessin Esra und Geist Elisa ist Anke Stoppa – ebenfalls überzeugend und mit Freude anzuschauen.
Einzig der Dschinn, Tobias D. Weber, war für mich in diesem Stück ein kleiner Wermutstropfen. Keine Frage, er spielt den Dschinn super und ebenfalls überzeugend. Für meine Begriffe aber war der Dschinn einfach zu…..hyperaktiv. Ich hatte schon nach der Lehrersichtveranstaltung das Gefühl, der Dschinn bräuchte ein wenig Ruhe. ;) Bei der Kindervorstellung fand ich ihn wieder zu hibbelig, zu aufgedreht, zu hyperaktiv. Das war mir ein wenig zu viel, auch wenn es vielleicht so gewollt war.

Fazit
Wie jedes Jahr hatte ich Spaß an der Weihnachtstheateraufführung. Allerdings habe ich ein klitzekleines bisschen das Gefühl, die Stücke sind jedes Jahr ein bissl weniger schön. Ob das nun nur an mir liegt? Ob das ein gewisser „Gewöhnungseffekt“ ist, weil wir so oft im Theater sind?
Ich habe meine Kinder gefragt, wie ihnen „Aladin“ gefallen hat – die gehen ja jedes Jahr nur in das Weihnachtstheaterstück und sonst eigentlich gar nicht. Sie fanden es gut, „aber die Schneekönigin, der Wunschpunsch und der Hotzenplotz waren besser. Und der gestiefelte Kater war zwar auch schön, aber auch nicht so schön wie die drei ersten. Und der Aladin war auch schön, aber liegt eher auf dem letzten Platz.“ Also nicht nur mein Eindruck. Schade irgendwie.
Dennoch, das Stück war klasse und allein, damit die Kids mal im Großen Haus Theaterluft schnuppern können und sehen, was man auf so einer Bühne machen kann, lohnt sich immer wieder ein Besuch. Ein wenig gefehlt hat mir dieses Jahr aber der Pep und der Witz und das Freche, was zum Beispiel das Räubermädchen beim Hotzenplotz hatte oder was die Rocker-Kostüme in den Wunschpunsch brachten.

Material
…gibt es diesmal nur in Form von Fotos, leider gibt es kein Video.

(c) blebt.blogspot.com
Kategorien: Kinder, Theater

Hinterlasse eine Antwort