"Das Apartment" im Theater Heilbronn

Ein Besuch im Theater, wenn ein Stück Premiere hat, ist immer etwas Besonderes. Das Publikum fiebert beinahe genauso doll der Vorstellung entgegen wie die Schauspieler. Es ist irgendwie eine vibrierende Stimmung, man glaubt fast, ein Flirren in der Luft zu hören. So ging es mir zumindest bei der Premiere von

Das Apartment“ im Theater Heilbronn

Der Inhalt
Chuck Baxter ist ein kleiner Angestellter in einer Versicherung, der unbedingt nach oben kommen möchte. Dafür vermietet er auch sein Apartment an die Herren der Chefetage, die allesamt Bedarf an einem kleinen Etablissement zu haben scheinen. Erst als Chucks Chef sich mit der von Chuck heimlich angebeteten Fran Kubelik zu einem Schäferstündchen verabredet, wird es Chuck zu bunt.

Das Bühnenbild
Ich muss es wieder einmal sagen: ich bin totaler Fan der Bühnenbilder im Theater Heilbronn. Ich bin immer wieder fasziniert, wie das umgesetzt wird. Bei „Das Apartment“ ist die Ausstattung nicht pompös und das Bühnenbild auf den ersten Blick eher einfach gehalten, es birgt jedoch die eine oder andere wirkliche Überraschung.

Das Stück selbst
Ich wollte eigentlich vorher die Filmumsetzung anschauen, hab es aber irgendwie nicht geschafft. Ich fand die Bühnenfassung klasse und wir haben uns wieder einmal herrlich amüsiert.

Die Schauspieler
Wirklich toll finde ich immer wieder, wie unglaublich gut die Schauspieler an unserem doch eher kleinen Theater Heilbronn singen können. Das war schon bei „Männer gesucht“ ein echter Überraschungsmoment und auch diesmal kann man nur den Hut ziehen. Da braucht sich keiner verstecken! Gabriel Kemmether hat mit Chuck Baxter die Hauptrolle und überzeugt als kleiner Büroangestellter. Auch Luise Schubert ist wunderbar. Die Herren Chefs und all ihre weiblichen Begleitungen passen perfekt. Überrascht hat mich Julia Apfelthaler, die ihre Rollen super gespielt hat und sich damit von ihrem (für mich) Grinsebacken-Image ;) entfernen konnte. (Ist nicht böse gemeint, bisher hatte ich sie aber immer in Rollen gesehen, in denen sie irgendwie die Grinsebacke mimte und fand das irgendwie nicht sooo prickelnd. Aber andererseits spricht ja genau das auch für ihre Qualität als Schauspielerin, nicht wahr!?) Ein paar herzhafte Lacher sackte Katharina Voß ein in ihren Rollen sowie auch Guido Schikore in seiner Rolle als Fran Kubeliks Bruder.

Die Musik
Da bleibt mir einfach nicht viel zu sagen. Die Musik war klasse. Genial. Toll. Ganz ganz großes Kino, äh, nein, Theater! Einfach nur umwerfend und mitreissend. Nur manchmal, da war sie ein wenig zu laut und man hat den gesungenen Text zu schlecht verstanden.

Fazit
Anschauen! Unbedingt anschauen! Es ist zwar ein ganz schön langes Stück mit 2,5 Stunden, aber es ist unglaublich kurzweilig und mal wieder ein einfach nur schöner und unterhaltsamer Abend. Wer auf Musicals steht, wird diese kleine aber feine Produktion vom Theater Heilbronn lieben. Wer Musicals (noch) nicht so mag, hat Gelegenheit, sie lieben zu lernen.

Material
Ein offizielles Video scheint es noch nicht zu geben. Fotos finden sich aber bereits bei Flickr. Die Heilbronner Stimme hat auch schon kritisiert. ;)

(c) blebt.blogspot.com
Kategorien: Theater

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