Geselliger Abend

Info-Abend zur Wahl der zweiten Fremdsprache gestern am Gymi der Großen. Die Kids waren mit eingeladen und es waren ziemlich viele Eltern tatsächlich MIT Kindern gekommen, fand ich gut!

Meine Große hatte zuvor Theater-AG, ich traf mich also mit ihr und ihrer Freundin und deren Mutter direkt an der Schule und wir hatten – dank der Mädels – beste Plätze in Reihe 3.
Kaum sitzen wir, meint mein Kind „Mama, ich mach eh Französisch!“
Ich: „Du, dann können wir doch aber auch gleich wieder gehen! Was machen wir denn dann hier?“
Sie: „Naja, vielleicht will ich ja dann doch Latein!?“

Okay, also blieben wir und warteten darauf, dass der Rektor den Abend eröffnete. Der gab dann auch gleich weiter an die Kollegin, die den Französisch-Unterricht vorstellte. Nach zwei Sätzen hatten die zwei Mädels neben mir erkannt, was für den Rest des Vortrags ihre Aufgabe war: äh’s zählen! Ich sah die beiden erst noch ein wenig erziehungsberechtigt-strafend an, aber ich musste spätestens nach dem fünften Satz auch so grinsen und die Klassenkameradinnen in den Reihen vor und hinter uns kicherten auch schon – die Mütter auch – also liess ich sie gewähren. *großzügig* Irgendwann reichten die Finger nicht mehr und die Mädels legten in meinem notizbuch eine Strichliste an.

Am Ende der knapp 20 Minuten Redezeit kamen die Damen auf über 60 gezählte Äh’s – und sie hatten sicher das eine oder andere verpasst. Da sollten sie noch üben, finde ich! ;)

Ich hab keine Ahnung, ob der Rest des Publikums auch so viel Spaß hatte, aber unsere Ecke hatte jede Menge Vergnügen bei dem Vortrag. *ggg* Die Schlussbemerkung der Franz-Lehrerin lautete dann: „So, äh, jetzt hab ich aber genug, äh, erzählt…“ und das Mädel hinter mir antwortete leise flüsternd: „Äh, ja…“ – und unsere gesamte Ecke fiel beinahe kichernd von den Stühlen. (Die Lehrerin hat das entweder gar nicht gemerkt oder wir haben es sehr gut getarnt!)

Leider war der Vortrag der Lateinerin nicht gerade Werbung dafür, tatsächlich Latein zu wählen. Wir fielen kurz nach ihrer Begrüßung „Saluto vos“ leider allesamt in einen ungewöhnlich tiefen Schlaf, was nicht zuletzt ihre „mitreissende“ Art zu erzählen verursachte. Bruchstücke des Vortrags bekamen wir aber mit und so auch den Vorteil des Lateinlernens, dass man in Grammatik sehr gut werde – was die nette Mama neben mir aufhorchen liess und nachfragen, warum das denn so sei. Antwort: „In Latein redet man halt sehr wenig und macht sehr viel Grammatik und Übersetzungen!“
Lauter Jubel an dieser Stelle unter den grammatikbegeisterten Schülern. *ironieoff*

Jedenfalls hatten wir einen netten Abend, sehr kurzweilig, weniger anstrengend als normale Elternabende und auch weniger lang dauernd. War gut, dass wir uns die Infos noch angehört haben, auch wenn die Entscheidung vorher schon feststand.

Was mir aber wieder ganz klar aufgefallen ist: wie wenig Chancen Lehrer in der freien Wirtschaft hätten. Mag sein, dass sie superguten Unterricht machen, aber Präsentationen und sowas….zumindest bei den beiden Damen gestern war da nicht wirklich ein Blumentopf zu gewinnen.

(c) blebt.blogspot.com
Kategorien: Kinder, Schule

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