Kinder im Theater – Mein ganz persönliches Projekt, Teil 2

Kinder im Theater sieht man selten. In den Kindervorstellungen schon, in den Abendvorstellungen so gut wie nie. Manchmal bringen die Schauspieler im Theater Heilbronn ihre Kinder mit in die Abendvorstellungen, wenn sie ihren Kollegen zuschauen. Anfangs fand ich das unpassend, aber dann dachte ich, warum eigentlich nicht? Man muss sie ja nicht in schwere Kost mitnehmen, die sie nicht verstehen und nicht „verarbeiten“ können. Aber es gibt durchaus auch „ganz normale“ Stücke, die ich für kindgeeignet halte.

Wir hatten uns als ersten Versuch für „Eine Sommernacht“ entschieden. Ein Stück über zwei Mittdreissiger im verregneten Edinburgh. Bissl Schweinkram, aber grundsätzlich nichts, was die Kinder nicht verstehen würden und was sie nicht verarbeiten hätten können. Spannend an dem Stück sind die sichtbaren Umbauten am Bühnenbild und die sichtbaren Rollenwechsel der Schauspieler.

Kinder im Theater - Sommernacht

Und wie war es nun, mein Projekt

Kinder im Theater

Die Kinder waren total aufgeregt. Das wird sich ändern, wenn wir häufiger gehen, denke ich. Dann bleibt Vorfreude, aber nicht mehr diese Aufregung. Wir saßen in der ersten Reihe und hatten somit den besten Blick auf die Bühne. Die Kinder hatten wir ein wenig zwischen uns Erwachsene verteilt, damit wir rechts und links erklären konnten, wenn Fragen aufgekommen wären. Für die beiden Großen (10 Jahre und 12 Jahre alt) war das Stück super gut verständlich. Die Kleine mit ihren 8 Jahren hat noch nicht alles so ganz verstanden, da hab ich im Nachhinein dann noch die eine oder andere Szene erklärt, was aber okay war.

Sie waren mucksmäuschenstill und selbst mein sonst meistens eher zappeliger Zehnjähriger konnte ruhig sitzen bleiben und zuschauen. Die Kleine meinte dann nach etwas mehr als ner Stunde, ihr täte der Popo weh. ;) Aber sie blieb weiter ruhig sitzen. Die Kinder wendeten den Blick kaum ab von der Bühne und waren absolut fasziniert, was da geschah. Bei jedem Bühnenumbau habe ich vor allem der Kleinsten kurz erklärt, für was das jetzt steht, also welche Umgebung da jetzt gezeigt wird, wenn es nicht gerade offensichtlich war oder sich aus der Szene heraus ergab.

Ich hab die Kinder im Theater natürlich danach gefragt, wie sie es fanden und sie waren alle drei begeistert. Die Kleine fragte noch dieses und jenes nach, auch noch ein paar Tage später, aber insgesamt fand sie es auch toll. Sicherlich auch, weil es halt was „für Große“ war. Mein Fazit lautet jedenfalls: Wiederholenswert! Die nächste Abendvorstellung, die wir mit den Kindern anschauen, steht daher auch schon fest! Wir fanden „Dracula – Ein Live-Hörspiel“ so toll, dass wir da mit den Kindern reingehen werden demnächst. Wenn die Kinder nicht gerade völlig übermüdet sind, kann das also klappen, Kinder im Theater!

Noch kurz ein paar Punkte aus Muttersicht:
Wichtig ist, das Stück vorher ohne Kinder anzuschauen, finde ich. Kann sein, dass sich das ändert mit der Zeit, wenn sie größer und älter werden. Im Moment ist aber meine Jüngste erst 8 und da möchte ich gerne vorher wissen, um was es im Stück geht. Ich möchte den Kindern ein wenig Hintergrundinfos geben können. Ich möchte ihnen schon mal schwere Szenen erklären oder auch erklären, warum und was und wie. Oder auch das Bühnenbild ein wenig „vorbereiten“ mit ihnen. Und natürlich finde ich es auch wichtig, die besten Plätze auszuspähen. ;)

 

Kategorien: Kinder, Theater

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