Wahrheiten, die niemanden verärgern, sind meist nur halbe

Wenn jemand nicht zu dem, was er (oder in diesem speziellen Fall: sie) gesagt hat, stehen kann, sondern Ausreden sucht, wie das anders gemeint war und warum die Schuld beim anderen liegt, ist das zwar menschlich und rein aus psychologischer Sicht nachvollziehbar, aber doch immer wieder verdammt schade!

(Und ja, ich weiß, dass hier ganz genau mitgelesen wird. Herzlich willkommen auf meinem Blog! Vielleicht finden Sie ja die eine oder andere Anregung für Sie persönlich, die über die „schmutzige Wäsche“ *zwinker* hinausgeht…)

Ich bin mir nach langem Überlegen ganz sicher, dass das, was gesagt wurde, genau so gesagt wurde, wie ich es auch in diesem Blog wiedergegeben habe. Und dass es keineswegs ironisch gemeint und zu verstehen war – auch wenn das natürlich als Ausrede immer ganz toll ist. „Also, da müssen Sie mich falsch verstanden haben. Das habe ich doch ironisch gemeint!“ Aber, ganz ehrlich, ich erkenne Ironie und da fand ich keine. (Wer die Person kennt, um die es geht, kann sich bildlich vorstellen, wie sie in diesem Raum mir gegenüber saß, bedächtig mit dem Kopf nickte, eben jenen Satz vor sich hin sagte und mit einem „jaaa“ abschloß, wie sie es immer zu tun pflegt.) Aber sei es drum…

Nehmen wir nur für einen kurzen Augenblick mal an, die Bemerkung sei dennoch irgendwie TATSÄCHLICH ironisch gemeint gewesen und ich hätte sie tatsächlich nicht als solche erkannt: Sorry, aber das ist ein Thema, bei dem ich als „Betroffene“ keinerlei Ironie in der Stimme meines Gegenübers brauchen kann. Selbst wenn es ironisch gemeint war: Die betreffende Bemerkung war einfach sowas von unglaublich fehl am Platz in diesem Moment. Schade, dass die betreffende Person nicht die Courage hat, entweder dazu zu stehen, was sie gesagt hat – oder sich eben für die völlig deplatzierte ironische Bemerkung zu entschuldigen. Aber auch das ist wohl menschlich, das verstehen wir wohl alle. Nichts fällt uns Menschen so schwer wie das kleine Wort „Entschuldigung!“.

Nicht jeder findet es natürlich gut, wenn so eine kleine Bemerkung, unbedacht in einem Raum unter vier Augen geäussert, in die große weite Welt hinaus gelangt. Das tut mir leid, damit war natürlich nicht zu rechnen. Wenn ich damit jemanden tatsächlich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt haben sollte, tut es mir natürlich umso mehr leid. Auch wenn ich der Meinung bin, vor allem in diesem Fall alles nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben zu haben, werde ich also den betreffenden Post löschen. Noch einmal: Ich bin der Meinung, alles korrekt wiedergegeben zu haben, genau so, wie es abgelaufen ist. Dass ich ein Posting lösche, kommt normalerweise nie vor, ich persönlich ziehe es vor, zu dem zu stehen, was ich schreibe. In diesem Fall werde ich weiterhin dazu stehen, das Posting jedoch trotzdem löschen.

Für mich – und hoffentlich auch für die Person, die gesagt hat, was sie nun nicht gesagt oder zumindest nicht so gemeint haben will – bleibt dabei jedoch ein schaler Nachgeschmack. Ein verdammt schaler Nachgeschmack, um genau zu sein! Was lernen meine Kinder aus so einem Vorfall? Was lerne ich selber aus so einem Vorfall? Inwieweit kann ich den Aussagen dieser Person noch trauen? Wenn sie etwas sagt, was ich gar nicht ironisch verstehe, war es dann vielleicht doch gar nicht ernst gemeint? Vor allem, da es in diesem Fall um meine Kinder geht, werde ich verständlicherweise in Zukunft wohl Aussagen kritischer untersuchen müssen. Ist das, was im ersten Augenblick so wohlwollend und positiv klingt, hintenrum vielleicht eigentlich ironisch oder negativ gemeint? Nehmen wir den Satz „Es ist zum Wohl Ihres Kindes.“ – meint der dann nicht vielleicht doch eher „Wenn Sie das machen, was wir Ihnen raten, tun Sie uns einen großen Gefallen.“?

Wie gesagt, schade, aber wohl menschlich!

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(Überschrift: Zitat von Jupp Müller, gefunden im Internet)

 

Kategorien: ADS, Schule

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